1100 JAHRE MEIMBRESSEN - 2006 feierte Meimbressen sein Jubiläum. Aus diesem Anlaß wurde die Festschrift (Dorfchronik) erstellt und gedruckt. | ||
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Diese moderne Luftaufnahme lässt den Mittelalterlichen Kern des Dorfes Meimbressen um die alte Wehrkirche und seine Verbindung mit dem Junkernhof klar erkennen.
Foto: Gemeindeverwaltung Calden/aus der Chronik | ||

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Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen haben dann die Menschen durcheinandergewirbelt. Die Vertreibung und Ermordung der Juden, die Verschmelzung neuer, aus dem Osten vertriebener Bevölkerungsgruppen mit den Alteingesessenen, die wachsende Mobilität durch die Motorisierung, die unerwartet schnelle Zunahme des allgemeinen Wohlstandes und seiner Ansprüche in den Fünfziger Jahren, die Verwaltungsreform sowie die Verstädterung der Lebensverhältnisse veränderten dann in wenigen Jahrzehnten Aussehen und Atmosphäre des Ortes radikal. Man lebte nun schneller, hygienischer und bequemer in Meimbressen. Aber viel von dem beschaulichen, ländlichen Charme des Dorfes ging dabei verloren, und gar manches malerische Fachwerk verschwand hinter sterilen modernen Häuserfassaden. Diese Arbeit kann eine Hilfe dazu sein sich vorzustellen, wie es einmal war, im alten Meimbressen.
Calden-Meimbressen, August 1998

Blick über die Dächer von Meimbressen. Im Vordergrund der Meierhof und links die Kirche.
Als vor mehreren Jahren bekannt wurde, dass eine Urkunde aus dem Jahr 906 existiert, in der das Dorf Meimbressen erstmals erwähnt wird, gab es sofort Überlegungen, diesen Geburtstag gebührend zu feiern. Begeisterung, aber auch Skepsis lagen nahe beieinander.
So ein Jubiläumsfest kann aber nur mit breiter Unterstützung der Meimbresser Bürger realisiert werden. So war es naheliegend, den Vereinsring mit all seinen Vereinen und Verbänden zu beauftragen, ein Team zu bilden, um dieses Fest vorzubereiten und zu gestalten. Innerhalb dieses Teams „1100 Jahre Meimbressen,“ bildete sich auch eine Arbeitsgruppe „Kultur und Geschichte“ mit der Aufgabe, eine Chronik von Meimbressen zu erstellen, in der die Geschichte und die Entwicklung unseres Dorfes und seiner Menschen dokumentiert werden sollte. In dieser Arbeitsgruppe wurde ein zeitlicher Rahmen bestimmt, um die Geschichte dieser 1100 Jahre zu erfassen.


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In die Tiefe der Geschichte unseres Dorfes Meimbressen dringt Dr. Eberhard Wolff von Gudenberg † ein, indem er uns mit seinen auf diesem Gebiet großen Erfahrungen, seinem Wissen und Können einen Einblick in die vergangenen Jahrhunderte gewährt. Er beschreibt alles Wissens-werte vom Ursprung bis in das Jahr 1945 (siehe Teil A dieser Chronik). In Teil B, der die Zeit nach 1945 erfasst, also das zeitgenössische Meimbressen, wird schwerpunktmäßig von der Nachkriegszeit, von ärmlichen Verhältnissen, alten Bräuchen und Gewohnheiten, Ausgebombten und Heimatvertriebenen berichtet. Die Währungsreform, die aufkommende wirtschaftliche und politische Entwicklung, die Wiedergeburt der örtlichen Vereine, das kirchliche Leben, die Schulen und die Meimbresser Mundart sind Inhalt der Berichte und Beiträge der Autoren.
Der Zusammenhang der Geschichte des Dorfes mit der der Familie des Ver- fassers brachte es mit sich, dass manche der berichteten Fakten auf Familienüberlieferung von Mund zu Mund beruhen und deshalb gelegentlich anekdotischen Charakter haben. Dagegen basiert die Beschreibung des letzten Vierteljahrhunderts bis 1945 zum großen Teil auf den persönlichen Jugenderinnerungen des Autors, der, 1924 in Meimbressen geboren, die alte, vergangene Dorfatmosphäre noch bewusst miterlebt hat. So ist auch viel Autobiographisches in die letzten Abschnitte des Textes eingeflossen.
Bis zu dieser Zeit war der Ort eine relativ geschlossene Dorfgemeinschaft gewesen. Jeder kannte jeden. Es gab dort so etwas wie ein ortstypisches Idenitätsbewusstsein, das geprägt war vom Protestantismus, von bäuerlichem Lebensgefühl, vom Geist der Arbeiterbewegung und von jüdischer Glaubenstreue. Die Verbundenheit mit der alteingesessenen Adelsfamilie gehörte wohl auch dazu.
